· Peter Sommer · Azure Local  · 3 Min. Lesezeit

Hyper-V VMs, Azure Arc-VMs und Azure Arc-enabled Servers: Unterschiede und Backup-Strategien

Azure Local kennt drei verschiedene VM-Typen mit unterschiedlichen Verwaltungsmodellen und Backup-Anforderungen. Wer die Unterschiede nicht kennt, hat schnell eine VM, die im Portal unsichtbar ist.

Wer Azure Local (vormals Azure Stack HCI) einsetzt, wurde spätestens mit der Version 23H2 mit verschiedenen VM-Typen konfrontiert. Auch die Frage, warum eine VM auf einmal nicht im Azure Portal sichtbar ist oder an einer anderen Stelle auftaucht, bekomme ich oft gestellt.

In diesem Artikel gebe ich einen Überblick der möglichen VM-Typen in Bezug auf Azure Local und Azure Arc – und zeige, welche Besonderheiten bei Backup und Recovery zu beachten sind.

Verwirrung über das leere Azure-Portal

Übersicht

1. Hyper-V VMs

Diese VMs werden nicht im Azure Portal innerhalb des Clusterobjekts angezeigt.

  • Werden vollständig On-Premises in Hyper-V / Azure Local erstellt und verwaltet.
  • Verwaltungstools: Hyper-V Manager, PowerShell, Failover-Cluster-Manager oder SCVMM.
  • Backup und Recovery sind mit gängigen Tools (z.B. Veeam, Commvault, MABS) uneingeschränkt möglich.

2. Azure Arc-VMs

Arc-VMs werden innerhalb des Azure Local Clusterobjekts im Azure Portal angezeigt und bieten erweiterte Verwaltungsmöglichkeiten.

  • VMs, die über die Azure Arc Resource Bridge mit Azure verbunden und registriert sind.
  • Zentrale Verwaltung und Überwachung über das Azure-Portal.
  • Bereitstellung derzeit ausschließlich über das Azure-Portal oder Azure Migrate möglich.

3. Azure Arc-enabled Servers

Unabhängig der Hostumgebung werden Server oder VMs unter den Azure Arc Ressourcen als Machine gelistet.

  • Physische Server oder externe VMs, auch solche, die nicht in Azure laufen.
  • Verbindung zu Azure erfolgt über den Azure Connected Machine Agent im Windows- oder Linux-Betriebssystem.
  • Können auch Hyper-V VMs sein, die für Azure-Management und -Überwachung angebunden werden.

Hinweis

Azure Connected Machine Agent

Das Verbinden von Windows- oder Linux-Workloads mit Azure Arc ist kostenlos. Wer eine zentrale Übersicht und Verwaltung seiner Server erzielen möchte, kann dies einzeln oder über Skript, GPO oder Ansible unkompliziert umsetzen. Ab Windows Server 2022 ist bereits ein Wizard zum vereinfachten Onboarding im Betriebssystem enthalten.

Übersicht der VM-Typen in Azure Local

Backup und Wiederherstellung in hybriden Umgebungen

Backup-Tools von Drittanbietern bieten robuste Lösungen für Hyper-V VMs. Für Azure Arc-VMs ergeben sich jedoch neue Herausforderungen:

Wiederherstellung bestehender Azure Arc-VMs:

  • Wird eine gesicherte Azure Arc-VM wiederhergestellt und die bestehende VM überschrieben, bleibt die Verbindung zur Azure Arc Resource Bridge erhalten.
  • Wird eine VM als neue Instanz wiederhergestellt oder so überschrieben, dass die Verbindung zu Azure getrennt wird, entsteht eine traditionelle Hyper-V VM.

Konvertierung in Azure Arc-VMs:

  • Aktuell gibt es keine Möglichkeit, eine wiederhergestellte Hyper-V VM in eine Azure Arc-VM zu konvertieren.
  • Ein Workaround kann eine lokale “Migration” mittels Azure Migrate darstellen.

Fazit

Das Verständnis der Unterschiede zwischen Hyper-V VMs, Azure Arc-VMs und Azure Arc-enabled Servers ist essenziell, um eine effektive Backup- und Wiederherstellungsstrategie zu entwickeln sowie das VM-Management im Überblick zu behalten.

  • Backup- und Recovery-Tools sind weiterhin eine zuverlässige Option für Hyper-V VMs.
  • Die Integration von Azure Arc-VMs bringt spezifische Anforderungen und Einschränkungen mit sich.
  • Wer Arc-VMs einsetzt, sollte die Restore-Szenarien vorab testen und dokumentieren.
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